Ab 2022

Tja, was macht unser neuer Landwirtschaftsminister mit dem Amt, ist die große Frage. Eigentlich kann es ja nur besser werden, wenn die Lobbyisten-Darsteller, die seine Vorgänger(in) verkörpert haben, weg sind.

Wir werden sehen, ob er unseren Vorstellungen einer sauberen und giftfreien Umwelt in der Landwirtschaft näher kommt und da bin ich tatsächlich ein wenig optimistisch.

Vom Umweltinstitut München erreicht mich heute folgende Email:

 

es ist kaum zu glauben, aber leider wahr: Aktuell weiß niemand genau, welche Pestizide wann, wo und in welchen Mengen in die Umwelt gelangen. Und das, obwohl alle beruflichen Anwender:innen ihre Pestizideinsätze seit über zehn Jahren genau dokumentieren müssen. Doch diese Spritzdaten werden von den Behörden höchstens stichprobenartig kontrolliert, aber weder zentral erfasst, noch ausgewertet oder gar veröffentlicht.

Mit unserer neuen Mitmach-Aktion fordern wir die Bundesregierung auf, ein System zur Erfassung der Pestizideinsätze auf allen landwirtschaftlich genutzten Flächen zu schaffen und diese Informationen jedem und jeder Bürger:in unkompliziert im Internet zugänglich zu machen!

Die Informationen über die tatsächliche Ausbringung von Pestiziden sind nicht nur für Anwohner:innen von landwirtschaftlichen Flächen wichtig, die diesen Giften regelmäßig ausgesetzt sind. Auch Wissenschaftler:innen fordern seit langem Zugriff auf die Daten, denn ohne sie können sie die Gefahren der Pestizide für Umwelt und menschliche Gesundheit nicht richtig erforschen und bewerten.

Trotzdem war es in Deutschland bisher ein schwieriges Unterfangen, an die Daten zu gelangen und nicht selten endete eine solche Anfrage vor Gericht. So auch für uns, als wir versuchten, Informationen über Pestizideinsätze in einem Biosphärenreservat für unsere Untersuchungen anzufordern. Doch nun kommt Bewegung in das Thema: In einem ähnlichen Verfahren entschied das Gericht, dass der Zugang zu den Spritzdaten der Landwirt:innen ein „Jedermannsrecht“ ist. Dieses Präzedenz-Urteil macht klar: Die vorhandenen Aufzeichnungen über Pestizideinsätze müssen endlich systematisch erfasst und zugänglich gemacht werden!

Als Reaktion auf das Präzedenzurteil erhalten nun auch wir die angeforderten Spritzdaten. Und mehr noch: Die Agrarminister der Bundesländer haben die Bundesregierung aufgefordert, Vorschläge zu machen, wie die Daten in Zukunft einheitlich erfasst werden können. Die Chancen, endlich Transparenz über den Einsatz von Pestiziden in Deutschland herzustellen, standen nie besser. Doch noch ist offen, was die neue Bundesregierung daraus macht. Fordern Sie Landwirtschaftminister Cem Özdemir deswegen jetzt mit uns auf, ein System zu erarbeiten, das unserem Recht auf Zugang zu Umweltinformationen endlich gerecht wird.

Unsere Vision: Eine öffentlich zugängliche, leicht bedienbare Datenbank, in der jede:r Bürger:in mit wenigen Klicks die Pestizideinsätze auf einem Acker in der eigenen Nachbarschaft einsehen kann.

Fände ich gut, wenn das dämliche Gendern nicht wäre.

Heinz Elflein

18.02.2022

Ich bin dann auch gleich mal tätig geworden:

 

Vielen Dank für Ihre Mitteilung an den Verbraucherlotsen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Wir bemühen uns um eine rasche Bearbeitung. Kopie Ihrer Mitteilung Folgende Nachricht wurde aufgegeben: -------------------------------------------------------------------------------------------- Vorname und Name: Heinz Elflein Straße, Nr: Weißenberger Weg 228c PLZ, Stadt: 41463 Neuss Land: Deutschland E-Mail: hfe11@t-online.de Der Fragesteller ist mit der Datenweitergabe einverstanden. -------------------------------------------------------------------------------------------- Nachricht: Guten Tag, ich hätte gerne Informationen darüber, wer im Landkreis NEA (Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) in den Jahren2020 und 2021 Herbizide in der Landwirtschaft und im Weinbau gespritzt hat. Mit freundlichem Gruß Heinz Elflein www.elfleins-franken.de