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Lachs

Mittsommer 1991

Von unserer Hütte auf der Halbinsel Stabben in Norwegen konnten wir das Wasser sehen und ich hatte guten Erfolg beim Angeln mit dem Boot unseres Vermieters. Restaurants gab es weit und breit nicht. Wir brauchten sie aber auch nicht, weil wir uns fast ausschließlich vom selbst gefangenen Fisch ernährten. Aus dem Fjord in die Pfanne.

Aber wie der Mensch so ist, ganz zufrieden war ich nicht, weil kein Lachs unter der Beute war. War mir aber von vornherein klar, da hätte ich an einem Lachsfluss anstehen müssen, mit festgelegten Standplätzen, horrenden Gebühren und dem nächsten Fischer in Sichtweite. So was mag ich nicht. Entweder freie Wildbahn oder nix.

In der Nähe unserer Hütte lag im Fjord ein riesiges Bassin. Eine Lachszuchtanstalt. Das wollten wir uns mal ansehen. Schon beeindruckend, dieses Becken Fisch an Fisch, die das Wasser peitschten. Erst recht, wenn Futter nachgekippt wurde, kleine runde Knubbel in rosarot. Lachsfarben sozusagen.

In das Wasser kommt aber nicht nur Futter, sondern auch Antibiotika. Damit die Fische nicht krank werden, wenn sie die Lachslaus befällt und schwächt. Einen Fisch öffnete der junge Mann, der uns die Farm zeigte. Sie hatte nur eine Lachslaus im Fleisch, war also gesund.

Wir nahmen einen Fisch mit.

 

Das Bild hängt bei uns im Keller und ich wurde oft bewundert, was ich da für einen Karfänzmann gefangen hätte. Meist habe ich das klargestellt. Nur nicht bei Anglerkollegen. Etwas Anglerlatein muss sein. Folgend hörten und sahen wir immer wieder in den Medien, Lachs aus Norwegen sei mit Antibiotika verseucht. Wir glauben es, haben es ja vor Ort gesehen.

Nun hatten wir das Problem, wo bekommen wir unbelasteten Lachs her, wenn uns mal danach ist. Sind dann auf sogenannten Wildlachs ausgewichen, wollen aber nicht so recht glauben, dass dieser in den Mengen, in der er zu kaufen ist, auch gefangen werden kann.

Aus dem Stern:

Verbraucher, die lieber Wildlachs kaufen möchten, sollten auf Produkte mit MSC-Siegel achten, raten die Verbraucherschützer. Das Siegel zeichnet Fische und Meeresfrüchte aus umweltverträglicher und nachhaltiger Fischerei aus. Der MSC-Standard bezieht sich nur auf Tiere aus wild- beziehungsweise frei lebenden Beständen.