Donauradweg

Ich habe hier einen Reisebericht von 2007 aufgewärmt. Weil es so schön war. Kulinarisch und Radfahrer-mäßig. Vieles hat sich zwischenzeitlich verändert. Betriebe gingen in Insolvenz. Herr Jamek in Joching wäre heute über 100 Jahre alt, wenn er noch leben würde. Nichts kommt wieder. Es ist aber nicht verboten, zu versuchen, etwas neu aufzuwärmen. Vielleicht mit einem Elektrorad.

https://www.donauregion.at/

https://www.donauregion.at/touren.html?tourid=1528883#dm=1 

330 Kilometer von Passau nach Wien

Startpunkt, der über 330 Kilometer entlang des Donaustroms, ist die deutsche Grenzstadt Passau. Alternative: Schärding am Inn. Von dort aus fährt man – größtenteils an beiden Ufern der Donau – über Linz nach Wien. Dabei wird die Wachau mit ihren Weinbergen durchquert und man kommt an zahlreichen Klöstern, Burgen und Ruinen vorbei. Die Wege sind zum Großteil gut ausgebaut, teilweise radelt man über ruhige Dorfstraßen und Treppelwege. Der Donauradweg ist ebenso mit dem E-Bike befahrbar.

Länge: 330 km
9 Etappen:
Besonderheit: Radfahren entlang des UNESCO Weltkulturerbes Römischer Donaulimes mit zahlreichen Fundstätten

https://www.donauregion.at/touren.html?tourid=1528883#ipd=6506450 

https://www.donauregion.at/touren.html?tourid=1528883#ipd=6506496 

https://www.donauregion.at/touren.html?tourid=1528883#ipd=6506515 

https://www.donauregion.at/touren.html?tourid=1528883#ipd=7129908 

https://www.donauregion.at/touren.html?tourid=1528883#ipd=6514538 

https://www.donauregion.at/touren.html?tourid=1528883#ipd=6514765 

https://www.donauregion.at/touren.html?tourid=1528883#ipd=6515064 

https://www.donauregion.at/touren.html?tourid=1528883#ipd=6515090 

 

Vom Radwanderweg Passau – Wien hatte ich beiläufig schon öfter gehört. Etliche Leute, die ihn ganz oder teilweise befahren haben, gehören zu meinen Bekannten. Näher unterhalten haben wir uns darüber nie.
Bei der Planung für die Trampeltour fand ich Unterstützung bei meiner lieben Frau, die sich bereit erklärte, mich mit dem Auto zu begleiten, Quartier für uns zu machen und so nebenbei das Gepäck zu befördern. So warteten wir denn Anfang Juni 2007 gutes Wetter ab, setzten das Fahrrad samt Träger auf die Anhängerkupplung meines Autos und starteten Richtung Passau.

Natürlich hatte ich die Route vorher durchgeplant. Vor allem aus dem Internet holte ich mir wertvolle Informationen. Dass mein Programm während
der Reise vor Ort von der Wirklichkeit überholt werden würde, war mir dabei klar, es war ja im Prinzip so gewollt. Immerhin, die ersten beiden Tage hat es noch übereingestimmt.

Rad und Strecke


Allgemein ist zu lesen, die Strecke sei nicht besonders schwierig, habe keine Steigungen und der beständige Westwind trage den Fahrer wie auf Flügeln nach Wien. So war es zumindest auf einer Internetseite aus Österreich zu lesen, die allerdings nicht verschwieg, dass es gelegentlich auch östliche Winde geben könne. Wie wahr. Nun, ich muss sagen, ich hatte zwar meistens Ostwind –
worüber ich unterwegs ausgiebig und unhörbar vor mich hin gegrantelt habe – der Ostwind war aber auch Garant für gutes Wetter. Ich hatte in dieser Woche auf dem Rad keinen einzigen Regentag. Petrus sei im Nachhinein ausdrücklich dafür gedankt. Wegen meiner körperlichen Konstitution machte ich mir keine Sorgen, meine Beinmuskulatur ist kräftig ausgebildet. An dieser Stelle möchte ich jedoch ausdrücklich jene warnen, die glauben, die Strecke sei eine Spazierfahrt. Ist sie nicht. Jeder Kilometer muss schließlich gestrampelt werden und wenn man die Tour in einer Woche absolvieren möchte, fährt man halt durchschnittlich 50 km pro Tag. Nichts für Untrainierte. Die 50 km sind normalerweise in maximal 4 Stunden absolviert, warum soll man also weniger fahren. Die letzten Kilometer habe ich an einigen Tagen in sengender Sonne ganz schön gegen den Wind angebissen. Und wenn ich manchmal so vor mich hin stampfte, war ich doch zunächst bass erstaunt, wenn mich - mir nichts, dir nichts - Radler(innen) im Fluge überholten, denen ich diese körperliche Leistung nicht zugetraut hätte.

Landschaftlich ist der Radweg meist wunderschön, wenn man von der industriellen Wegbegleitung bei der Umfahrung von Linz absieht. Er ist auch sehr gut ausgeschildert, man kann sich kaum verfahren. Ob man die nördliche (linke) oder südliche (rechte) Donauseite nutzt, ist unerheblich, weil der Weg auf großen Strecken auf beiden Seiten des Stroms verläuft. An einigen Stellen ist er jedoch unterbrochen, dann wartet aber eine Radfähre zum Übersetzen auf die andere Seite. Dies ging im Juni problemlos, es ist jedoch damit zu rechnen, dass es während der Hauptsaison zu Staus kommt, die Fähren sind nicht sehr groß, es sind eher größere Boote. Die Fährleute sind meist sehr freundliche Leute. Die gewählten Beherbergungsbetriebe hatten ausnahmslos einen sicheren und überdachten Platz für das Fahrrad. Man ist sehr stark auf Radfahrer eingestellt.

Hinreise
Nach der längeren Anfahrt mit dem Pkw brauchten wir erst mal eine
Übernachtungsmöglichkeit. In der 50.000-Seelen-Stadt Passau sollte es nicht unbedingt sein, lieber etwas außerhalb. Obwohl die Drei-Flüsse-Stadt ein durchaus ansehnlicher Ort mit stark südlichem Flair ist.  Laut Reiseplanung sollte der Faberhof in Freiberg-Hinding die erste Anlaufstelle sein

Landgut Faberhof, A-4785 Freiberg, Hinding 18,

Der Faberhof erwies sich als gute Wahl, sowohl was Übernachtung als auch die Küche anbetraf. Es gibt zwar keinen Donaublick, aber von den hinteren Balkonen Sicht auf die Idylle von Wiese und Wald. In den anheimelnden Gaststuben darüber hinaus eine gute österreichische Küche.
Bachsaibling und Zwiebelrostbraten haben geschmeckt. Es gibt auch einen schattigen Gastgarten. Aus Passau kommen etliche Gäste zum Essen herüber. Der Name „Faberhof“ verweist übrigens auf das Besitztum der Faber-Castell Familie. Herr Peter Forstner führt den Betrieb sehr souverän.

Erster Tag: Von Hinding nach Obermühl
So begann denn am nächsten Morgen das kleine Abenteuer. Rechtes Donauufer, in Engelhardszell per Radfähre auf linke Donauseite, Niederranna, in Schlögen zurück auf rechte Seite, Inzell, per Fähre auf die linke Seite nach Obermühl, Gesamtstrecke ca. 44 km, stand auf meinem Plan.