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 Glyphosat in Franken ?

Zur Zeit habe ich es als Weintrinker etwas schwer. Auch bei meinen bevorzugten Winzern aus Franken.

Weil ich jetzt nachhake, ob mit Herbiziden, wie z.B. Glyphosat, gearbeitet wird. Die Antwort ist leider nicht immer so, wie ich sie mir wünsche. Immerhin hat im letzten Jahr schon ein Winzer geantwortet, dass er Glyphosat „wegen der Steillage“ einsetzen muss.

Es macht mich schon etwas betroffen und ich werde die Weine auch vermissen.

Namen der Weingüter, die nun aus meiner Lieferantenliste herausfallen, werde ich hier nicht nennen. Aber diejenigen, die ich weiter auf dieser Internet-Seite stehen habe, sind es nicht.

Aber um es klar zu sagen, wenn Winzer meinen, heutzutage noch Herbizide verarbeiten zu müssen, sollen sie es tun. Ich bin aber nicht verpflichtet, bei ihnen zu kaufen. So simpel ist das.

Heinz Elflein

22.05.2017

10.11.2019

Weil mir nachstehendes Statement so gut gefällt, möchte ich es auch hier bekannt machen.

Zitat Martin Kössler, Weinhalle Nürnberg:

"Dass es so etwas wie konventionellen Weinbau überhaupt noch gibt, ist nur mit Inkompetenz, Faulheit, Ignoranz und/oder Gier zu erklären."

 

08.01.2020

Warum ich nur noch bei Bio-Winzern Wein kaufe

Neueste Entwicklungen laut FAZ:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/schlappe-fuer-monsanto-in-usa-glyphosat-kann-krebs-verursachen-15079044.html

Während man sich noch darüber streitet, ob Glyphosat weiter zugelassen oder verboten werden soll, ist das Thema für mich gegessen. In Punkto Wein auch getrunken. Ich bin konsequent und kaufe meinen Wein nur noch bei Winzern, bei denen ich sicher sein kann, dass sie keine Herbizide verwenden. Einen kleinen Seitenhieb auf Angela Merkel und ihren Gift-Adlatus, den Landwirtschaftsminister Schmidt, der von einer großen süddeutschen Zeitung als „Glyphosatminister“ bezeichnet wird, kann ich mir allerdings auch an dieser Stelle nicht verkneifen. Frau Merkel will nach der Wahl entscheiden. Damit gibt sie zu, dass sie das Thema nicht aus gesundheitlicher Sicht sieht, sondern nur aus machtpolitischer. Allein dafür gehört sie meines Erachtens vom Wähler abgestraft. Ich finde es ganz schön kaltschnäuzig, wie die Kanzlerin die Belange ihrer Partei über die Volksgesundheit stellt. Damit zu rechnen, dass der tumbe Wähler ihr das heimzahlt, ist allerdings nicht.

Man muss doch klar sehen. Das Zeug soll Gras vernichten, damit es das Wachstum der Reben nicht stört. Natürlich nehmen auch die Reben das Gift auf, sie können nicht selektieren. Und damit landet es auch im Wein und letztendlich in den Mägen der Konsumenten. Von wegen „unbedenkliche Dosis“. Wieviel „unbedenkliche Mengen“ von Giften soll der Mensch eigentlich noch tolerieren. Mengen, die von Politikern, Instituten und „Wissenschaftlern“ festgelegt wurden. Sie haben mich nicht gefragt, ob ich damit einverstanden bin. Und ob Gelder geflossen sind, um Meinungen zu machen, kann man sich ausrechnen, wenn es um Milliarden geht, die gewisse Konzerne gerne auf ihrer Haben-Seite haben möchten.

Dann höre ich immer wieder das Argument: „In den Steillagen geht es nicht anders“. Es ödet mich an. Es gibt nämlich Winzer, die das widerlegen. Man muss halt etwas mehr mit der Harke arbeiten, was natürlich Geld kostet. Oder das Gras einfach stehen lassen. Oder einfach selber Pflanzen setzen, wie es das Weingut Roth in Wiesenbronn tut. Vermindert natürlich den Ertrag und erhöht wahrscheinlich den Preis. Na und? Muss ich Gift im Essen akzeptieren, damit das billiger wird?

Weil ich Laie in dem Thema bin, möchte ich mir nicht anmaßen, den Winzern zu sagen, was sie statt Glyphosat nehmen sollen, was sie tun und lassen sollen. Da kann ich eigentlich nur auf ihre Berufskollegen verweisen. Sie wissen ja, wie es geht. Und sie sind in meiner nachstehenden Positiv-Liste zu finden. Die Positiv-Liste ist eine Negativ-Liste und enthält nur Winzer, die kein Glyphosat verwenden.

Mit drei Winzern, die (noch?) nicht auf der Positiv-Liste stehen, bin ich – per Email – ins Gespräch gekommen. Was sicher nicht optimal ist, aber ich bin kein Wein-Journalist und hätte jeweils etwas 400 km anzufahren, wenn es von Angesicht zu Angesicht gehen sollte.

Es hat mich jeweils stark berührt. Weil das Bestreben der Winzer zu spüren war, gerne von dem Teufelszeug los zu kommen, man glaubt nur nicht, dass es geht.

Zwei von ihnen haben ganz offen zugegeben, Glyphosat zu verwenden. Sie haben mich auch eingeladen, bei Ihnen vorbei zu kommen und mit ihnen zu reden. Fall drei war etwas anders, die momentane Chefin eines sehr berühmten Weinguts in Unterfranken hat zwar den Einsatz von Pestiziden verneint, mich aber im gleichen Atemzug und aus „anderen“ Gründen gebeten, nicht mehr über ihr Weingut zu schreiben. Man arbeite nachhaltig. Was denn sonst, habe ich ihr geantwortet.

Ich selbst muss zugeben, die Weine zu vermissen, die ich jetzt nicht mehr kaufe. Aber da muss ich durch und freue mich über jeden Winzer, der die Kurve kriegt. Sie möchte ich gerne unterstützen. Und sie machen auch ordentliche Weine.

Heinz Elflein

06.07.2017