Rubens

Als vor etlichen Monaten die vermaledeite Corona-Zeit begann, war unser Österreicher von den "Kitzbüheler Stuben" an der Hansa Allee in Düsseldorf-Lörick eines der ersten Restaurants, das dicht machte. Aus mit Marillenknödeln und Palatschinken.

Meine Recherchen per Internet mit Suchkriterium "Restaurant Österreich Düsseldorf" blieben lange Zeit erfolglos, bis ich vor einigen Wochen auf das Rubens-Restaurant an der Kaiserstraße stieß.

Cornelia Stolzer & Ruben Baumgart führen "Rubens-Restaurant" allerdings nun auch schon zwei Jahre. Die Hotelfachfrau Stolzer hat südsteirische Wurzeln. Ruben Baumgart, der Koch aus der Haubenküche, ist halb Norddeutscher, halb Österreicher.  Zitat: "Für den 32 jährigen Oldenburger stand schon seit frühesten Kindertagen fest, dass er irgendwann Koch werden möchte".

 

Inmitten von Düsseldorf ist das Restaurant leicht zu erreichen. Die U-Bahn, Haltestelle Nordstraße ist quasi vor der Haustür. Eine Minute Fußweg entfernt das Parkhaus Scheibenstraße.

Wir hatten für den 17.03.2022, 17.00 h reserviert und waren die ersten Gäste, die ihren Coronapass vorzuzeigen hatten, was sich aber schnell änderte. Obwohl Donnerstag, war das Rubens sehr schnell gut gefüllt. Einrichtung und Ambiente sind modern, keine Spur österreichische Folklore, ausgenommen die geweißten Rehbockhörner auf den Tischen.

Die zweiseitige Speisekarte bietet eine "Reise durch die Karte" mit zwei Überraschungsmenüs, "a la carte-Schmankerln", "Traditions-Menüs" und "Rubens Signatur-Menü." 

Wir ließen uns nicht binden und wählten quer durch die Karte "Klare Rindssuppe", "Karfiol" (Estragon, Ceviche von der gebratenen Jakobsmuschel, Salz Zitrone, Passionsfrucht), "Gnochi" (Liebstöckel, Schwammerl, Sauce Bernaise, Marille), "Spinat Kas Knödel", "Alt Wiener Tafelspitz",  "Kaiserschmarrn", und "Germknödel". Anstatt des nicht vorhandenen Palatschinken.

"Karfiol" (Estragon I Ceviche von der gebratenen Jakobsmuschel I Salz Zitrone I Passionsfrucht),

Als Wein nahmen wir die Empfehlung des Hauses,  einen gemischten Satz vom Weingut Ott in Feuersbrunn. Das liegt am Wagram, dem Höhenzug in Niederösterreich, der die Donau ein Stück begleitet.

Winzer Ott

 

Etwas außergewöhnlich war die Darbietung der Speisen. Gewürze und Soßen wurden in kleinen Behältnissen dazu gestellt. 

Außergewöhnlich auch die Geschmackserlebnisse. Das Karfiol (anderes Wort für Blumenkohl) mit der eingelegten Jakobsmuschel mit Estragon hat mich in seiner Gewürzkomplexität schon beeindruckt. Wenn Blumenkohl dabei gewesen sein sollte, habe ich es nicht herausgeschmeckt.

Der Tafelspitz war in sehr dünnen Scheiben geschnitten. Marianne fand es ungewohnt, womit man in solch einem Restaurant schon rechnen muss. Renate und ich fanden es aber schmackhaft.

Die Bedienung war perfekt. Uns fiel auf, dass die junge Frau formvollendet die linke Hand auf den Rücken legte, als sie mit der rechten den Wein einschenkte.

Wenn wir das nächste Mal ins Rubens gehen, werden wir sicher ein Menü ordern.

Vielleicht gibt es dann Marillenknödel und Palatschinken.

 

Heinz Elflein

18.03.2022