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Landhaus Mönchenwerth

Bouillabaisse von Guy de Vries

 

Das Landhaus Mönchenwerth liegt an der Grenze zu Düsseldorf auf Büdericher Gebiet, direkt am Rhein. Man kann theoretisch mit einem Bein zum Paradieshafen Düsseldorf-Lörick hüpfen, wenn es nicht seltsam anzuschauen wäre.

Schaut man vom Damm hinunter auf die Grünfläche zum Rhein, sieht man das Landhaus. Es führt eine etwa 300m lange Straße durch das Rheinvorland. Aus der Lage außerhalb Düsseldorfs erklärt sich, warum ich bei meinen Internet-Recherchen unter dem Stichwort „Düsseldorf Bouillabaise“ nur ein unbefriedigendes Ergebnis erhalten habe. Als ich in diesen Tagen nach einem würdigen Ambiente für ein gewisses Ereignis suchte, sprang mir die Speisekarte des Landhauses regelrecht ins Auge und damit war die Sache klar. Bouillabaisse hatten wir vor langen Jahren in Südfrankreich erstmals probiert und seitdem nie aus dem Gedächtnis verloren.

Es gibt aber mir gut bekannte deutsche Spitzenköche, die schon während Ihres Wirkens in Frankreich von der dortigen Presse gelobt worden sind. Der eine hat leider sein Restaurant geschlossen, weil die Arbeitszeiten familiär nicht mehr tolerabel waren, der andere kocht die Suppe nur im Februar und ist 400 km weg in Mittelfranken.

So sahen wir mit Spannung unserem Besuch am 05.10. entgegen. Um es vorweg zu nehmen, wir wurden nicht enttäuscht, es war rundum ein Genuss, was uns Küchenhexenmeister Guy de Vries auf den Teller zauberte.

Es herrschte starker Regen und wir hätten das Lokal gerne durch die erste Tür betreten, die aber geschlossen war. Der Gast einer Gruppe ließ uns aber herein und wir tapsten erstaunt an etlichen Herren vorbei, die teilweise dicke Zigarren rauchten. Was nicht verboten war, wie wir erfuhren, es war eine geschlossene Gruppe. An ihnen vorbei fanden wir dann den Weg zu den eigentlichen Gasträumen. Wie wir nun wissen, entspringt diese Konstellation unterschiedlichen Vorstellungen des Küchenchefs und des Besitzers, bei denen sich der Besitzer letztendlich durchsetzte. Dazu gleich mehr. Wir finden es – mit Verlaub – nicht geglückt. 

 

Die Gasträume strahlen eine gediegene Atmosphäre aus. Man sitzt in breiten Sesseln an großen Tischen. Nicht zusammengepfercht an kleinen Tischen, wie so üblich in der Gastronomie. Rheinblick von innen ist möglich, wenn es Tag ist. Es gibt auch noch einen Pavillon mit Außenplätzen, den ich nur sehr empfehlen kann, ein Glanzpunkt am Rhein.

HUMMERMEDAILLONS AUF AVOKADOTATAR & SÜßKARTOFFEL-CARPACCIO 

 

THUNFISCH-TATAKII MIT GLASNUDELSALAT & GERÖSTETER SESAMCREME

 

BOUILLABAISSE MARSEILLAISE MIT ROUILLE, GRUYERE & CROUTONS

Von der Optik und der Darbietung ist diese Bouillabaisse nicht vergleichbar mit dem, was man in Südfrankreich erhält. Dort ist die Fischlauge in einer großen Terrine, die Fische liegen daneben. Das muss man dann mit der Paste und den Croutons zusammenbringen. Die großen Fische auf dem Teller sind wirklich malerisch. Es müssen schon mehrere Personen zusammenkommen, bevor der Koch die Bouillabaisse überhaupt offeriert. Hier in Meerbusch ist das natürlich so nicht machbar, deswegen wirkt es auch etwas nüchtern. Hat aber nicht schlechter geschmeckt, als in Frankreich.

Zum Vergleich:

Bouillabaisse Marseillaisse

Canadel sur Mer 1984

SALTIMBOCCA VOM SEETEUFEL MIT ROTWEINBUTTER & KARTOFFELSTAMPF